08 September, 2006

Ich bin zurück / I am back

Bin zurück in Deutschland (lebendig)

I am back (alive)

Stefan^^

09 Juni, 2006

Tagebuch Arael: Augenblick


Der Reisende beim Betrachten der japanischen Landschaft vom 22. Stock des Labors aus. (Landschaft nicht auf dem Foto erkennbar ^_^)

18 Mai, 2006

Tagebuch Arael: Die Arbeitsgruppe ^_^


Der lieben Transparenz wegen moechte ich an dieser Stelle einmal unsere Forschungsabteilung bildhaft und ohne Worte (aus Gruenden der Anonymitaet) vorstellen. ^^

01 Mai, 2006

Hooray, hooray the first of May, outdoorfucking starts today

Hehehe,

dieses ist eines meiner Lieblingszitate zum ersten Mai aus dem Buch 'Beautiful Soup' von Harvey Jacobs. In diesem nimmt er eine Gesellschaft auf die Schippe, in der jeder Mensch durch einen Barcode klassifiziert wurde, also so wie dies bei uns demnaechst mittels RFID geschieht. Ist ja auch alles nur zu unserem Besten, denn niemand hat etwas zu befuerchten, so er nichts auf dem Kerbholz hat. Na ja, vielleicht hat er etwas zu befuerchten von Denjenigen, die etwas auf dem Kerbholz und den Zugangscode zur RFID-Datenbank haben. Egal, heute ist der erste Mai, also Klamotten runter, ab ins Gruene und fleissig vermehren, ganz im Sinne der deutschen Familienpolitik. (Akademikerinnen sollten sich hier primaer angesprochen fuehlen) ^_^

25 April, 2006

Tagebuch Arael: Das liebe Kino

Einer der Hoehepunkte dieses Jahres versprach das Release des neuen X-Men-Films zu werden. Waehrend jedes halbwegs zivilisierte Land den Film puenktlich im Mai auf die Leinwaende der Lichttheater projeziert, wird Japan dies nach meiner geplanten Abreise im September tun.

24 April, 2006

Tagebuch Arael: Lange Winter

Betrachtet man das japanische Handwerk, so ist festzustellen, dass traditionelle Erzeugnisse, auch wenn es sich um Gegenstaende des alltaeglichen Gebrauchs handelt, von hoechster Perfektion, Funktionalitaet und Qualitaet sind. Leider ist anzumerken, dass dies nur fuer traditionelles, handgearbeitetes Gut gilt, die Erzeugnisse alteingesessener Konzerne einmal ausser acht gelassen, welche noch immer in diesem Geiste arbeiten. Der moderne Japaner ist, aehnlich dem Deutschen, zum Konsummensch geworden, jedoch ist es unbestreitbar, dass japanische Handwerksarbeit die weltweit am hoechsten entwickelste ist, ja geradezu unerreicht. Es stellt sich nun die Frage, wie diese Entwicklung von Statten ging. Haeufig bekommt man recht unbrauchbare Antworten, die allenfalls darauf schliessen lassen, dass sich die hiesige Bevoelkerung dieser Tatsache bewusst ist und unsere Kenntnisnahme stolz gutheisst.

Was mich persoenlich betrifft, so habe ich die Theorie entwickelt, dass die japanische Geographie und die damaligen Gebraeuche eine Perfektionierung einfachster Handlungen geradezu erzwangen. Waehrend der Wintermonate sind kleine Provinzen und Landstriche teils bis zu 5 Monate lang nicht erreichbar gewesen. Japan ist kein Quell der Literatur und mit der Beschaeftigung des Lesens uebersteht man die kalten Naechte mangels an Buechern nicht. Man kann nach kurzer Zeit praktisch von selbst darauf kommen, dass in einer Gesellschaft, in der jeder eine einzige Aufgabe hat, der gelangweilte Handwerker spaetestens nach einem Monat der stoischen Produktion damit beginnt, seine Arbeit zu perfektionieren. Nun zeichnet sich diese Perfektion aber auch in der Schwertkunst und in den Kuensten ab. Trainiert ein lokaler Herrscher seine Samurai bis zur Perfektion, dann muss er in den Monaten der Untaetigkeit darauf achten, dass die Mannen nicht auf dumme Gedanken kommen und ihr Geist vor allem scharf bleibt. Weil es aber gefaehrlich ist, Jemanden nur in der Kunst des Toetens auszubilden, muss man ihn dazu anregen, sich auch mit anderen Dingen zu befassen, ergo entstehen Teekunst etc. Am Ende komme ich zu dem Schluss, dass das japanische Handwerk dem unseren deshalb in seiner Perfektion ueberlegen ist, weil es in ueber tausend Jahren konsequent und ohne Unterbrechung weiterentwickelt wurde. Das heisst, nein, es wurde nicht weitereintwickelt, nur die Technik wurde ausgefeilt. Die Entwicklung ist mangels neuer Herausforderungen irgenwann auf der Strecke geblieben. Insofern ist unser Handwerk schludriger, aber dafuer vielfaeltiger und neuen Herausforderunegn gewachsen.

In diesem Punkt gleicht Japan uebrigens dem alten Rom, welches die Wissenschaft einstampfte und sich auf die praktische Entwicklung verlegte. Denkt man einige Ecken weiter, so sind die fahlen Reden der heutigen, akademischen Propheten zu hoeren, die nach angewandter Forschung rufen, der Arroganz aufgesessen, dass die Weiterentwicklung unserer jahrhundertelang kultivierten Wissenschaft wohl aus den Abfallprodukten der Industrie hervorgehen wird...

09 März, 2006

Kamakura mit Toe ^_^

Diesmal nur ein kurzer Eintrag mit vielen Fotos... ^_^


In den letzten Tagen hatte ich Besuch von einem Kommilitonen und natuerlich sahen wir uns gezwungen, die Wochenenden mit Sight Seeing zu verbringen. Unser erstes grosses Ziel war Kamakura, wo wir auch gleich diesen jungen Mann kennenlernten, der mit zwei Messern am rumwerkeln war, ein Umstand, der ihn mir gleich sympathisch erschienen liess. Nachdem wir ein paar traditionelle Zimtbonbons erworben hatten, Leute mit Messern haben eine unglaubliche Verkaufswirkung, machten wir uns daran, das Touriprogramm durchzuziehen.


Das fuer mich interessanteste Gebaeude im Tempelbezirk war dieses Holzhaus. Japanische Holzverarbeitung ist einfach ungeschlagen.


Den vorerst letzten Punkt des Programms stellte das Grab des Minamoto dar, das ist der Mensch, der anno dazumals den Taira eins auf die Loeffel gab. So schoen Sight Seeing ja auch sein mag, ab diesem Punkt wurde es etwas langweilig und wir beschlossen, dass wir den normalen Pfad verlassen muessten, so wir denn etwas Ruhe finden wollten.


Es sind genau solche Wege, die eine nahezu magische Anziehungskraft ausueben und gluecklicherweise, zumeist tourifrei sind.


Das hatte natuerlich auch seine Gruende. Als Hilfe gab es nur ein altes Seil.


Nach einer laengeren Kletterpartie fanden wir allerdings wunderschoene Orte... ^_^


So auch diesen... der war allerdings wieder mit Fototouris ueberlaufen.

13 Februar, 2006

Snowboard Bilder Teil 2


Nachdem ich das erste Snowboardabenteuer in meinem Leben ueberlebt habe. ^_^ Funktionierte aber schon recht gut.


Japanische Skilandschaft mit Japaner.


Ein japanischer Snowboarder.


Ein kleines japanisches Haus im Schnee. ^_^


Und noch ein Haus, man beachte die Schwarzwaldimitation *g*.


Blick auf die schneebedeckte Strasse.


Ein improvisiertes, selbstgekochtes Abendessen bei Kerzenschein, jipiehhhh. Und das in meiner Minikueche... ^_^

Snowboard Bilder Teil 1


Hier nun die ersten Landschaftsbilder vom Snowboardtrip unserer Firma. In der obigen Landschaft befanden sich die Pisten, gut bedeckt mit viel Neuschnee und kilometerlang. ^_^ (Zum vergroesser einfach auf die Bilder klicken)


Im Hintergrund ist meine Lieblingspiste zu erkennen, das Panorama war einfach wunderbar.


Die Striche sind die Masten des Skilifts. Auf der rechten Seite gings dann wieder runter.


Hier kann man wunderbar den Gipfel des Berges nicht erkennen, da er im Nebel liegt. Bei einer Sichtweise von 5 Metern und mit 2 Tagen Snowboarderfahrung habe ich mir den Spass allerdings doch gegoennt, ein Bericht folgt. Nur soviel, es ist ein wunderbares Gefuehl, mit rasendem Tempo einen Steilhang mit Neuschnee runterzubrettern, dann die Nebelebene zu verlassen und in die Landschaft unter sich zu brechen, waehrend die Sonne zum Vorschein kommt.


Hier einmal ein Bild vom Haeschen-Huegel, der Ort zum Warmwerden und Ausprobieren. Bis denne ^_^

04 Februar, 2006

Tagebuch Arael: Ein Schneemann

Am heutigen Tage fiel gefrorenes Wasser vom Himmel. Erstaunt ob dieser seltsamen Begebenheit, begannen die deutschen Praktikanten mit dem Bau einer Statue, um die Kraefte des Himmels zu besänftigen. Wie wir den Japaner besänftigen, dessen Besen wir uns zu diesem Zwecke entliehen, nun, dies ist ein anderes Thema...

22 Januar, 2006

Tagebuch Arael: Schuhe und bloede Muetzen ^_^

Dieser Eintrag ist zwei Themen gewidmet, zum einem dem richtigen Schuhwerk auf Reisen und zum anderen der Qual der Wahl beim Snowboardequipmenteinkauf im Snowboardparadise Atsugi...

Ich beginne also mit der Sache, die mir gleich nach meinem Schwert am meisten am Herzen liegt, diesem knuddeligen Paar Schuhe. In Japan tragen deutsche Frauen bereits Herrenuebergroessen, von daher empfiehlt es sich, langlebiges Schuhwerk mitzubringen, besonders dann, wenn man laenger bleibt und sich durch alle Jahreszeiten kaempfen muss. Auch wenn das an Schleichwerbung grenzt, aber an dieser Stelle moechte ich begruenden, warum ich mich fuer den Startrack Texapore von Jack Wolfskin entschieden habe. Nachfolgend die Eigenschaften, die ich fuer wichtig halte und darunter die Eigenschaften, die mir fehlen, bzw. verbessert werden koennten.

  • Die Schuhe haben einen sportlichen, aber eleganten Schnitt, der es auch erlaubt, sie zu Anzuegen zu tragen, die Verwendbarkeit ist nahezu universell.
  • Die Schuhe haben eine Garantie auf Haltbarkeit und Funktionalitaet von 2 Jahren
  • Die Schuhe passen sich dem Fuss an
  • Die Sohle ist profiliert und tauglich fuer nahezu jedes Terrain, dabei aber leicht zu Reinigen
  • Die Sohlen nutzen nicht ab.
  • Die Sohlen sind leise.
  • Die Schuhe sind aus wasserabweisendem Wildleder, sie reflektieren kein Licht und siffen selbst in Pfuetzen nicht durch.
  • Die Schuhe verfuegen ueber Fersen- und Zehenschutzkappen.
  • Die Schuhe stuetzen den Knoechel, wodurch ein Umknicken erschwert wird.
  • Die Schuhe sind Atmungsaktiv und damit fuer Japans schwuelheisses Klima tauglich.
  • Die Schuhe sind auch im Schnee mit einem Paar Sportsocken angenehm warm
  • Durch die Farbgestaltung, der Body ist grau, die Enden jeweils schwarz, werden die Schehmen verwischt, wodurch sich eine sehr gute Tarnwirkung, sowohl bei Tage, als auch in der Nacht herauskristallisiert.
  • Das Tastgefuehl des Fusses, sprich das Trittverhalten in schwierigem Gelaende, ist sehr gut.
  • Die Dinger gehen auch bei Extrembelastung a la Mountainbiking nicht kaputt.
  • Man kann damit klettern...
  • Auch nach stundenlangem Tragen sind sie schnell wieder trocken, da man die Innensohle herausnehmen kann.
  • Es gibt kein Metall an den Schuhen und die Schnuerbaender sind durch Abdeckung und Textilschlafenfuehrung vor dem Durchscheuern geschuetzt...
Wie man sieht, habe ich recht umfangreiche Ansprueche an meine Treter und diese Exemplare sind die Einzigen, die ein vielfaches meiner Wuensche erfuellen, jedoch gibt es noch Vorschlaege zur Verbesserung:

  • Bei den Schnuersenkeln bin ich mir nicht sicher, ob die Musterung die Tarnwirkung beeintraechtigt, aber man keonnte die Flecken durch graue, statt orange ersetzten.
  • Die Trittschalldaempfung kann man noch verbessern, aber wahrscheinlich laufen dann die Sohlen leichter ab, so dass ich hier mehr als zufrieden bin, da es mir in der aktuellen Situation mehr auf lange Haltbarkeit, als auf Nachtkampftauglichkeit ankommt. Wie bereits erwaehnt, sind die Schuhe aber sehr leise.
Alles in allem sind die Dinger klasse, pflegeleicht und in meinen Augen sowohl fuer Globetrotter als auch fuer urbane Kombattanten super geeignet. Apropos, wer mal nen Schuhverkaeufer aergern will, lege ihm diese Liste vor... ^_^ *soll wie gesagt keine Werbung sein, grins*

Kommen wir nun zur Muetze und dieser schicken Brille. Da meine Arbeitsgruppe demnaechts auf Snowboardtrip geht, legte ich mir heute noch spontan ein wenig Ausruestung zu. Hierzu begab ich mich in ein oertliches Snowboardgeschaeft, eines von vielen, denn in Japan boomt die Szene anscheinend... jedenfalls sind die hier alle ganz besessen von dem Kram. Die Ereignisse lassen sich am ehesten durch das Gespraech zwischen mir und dem Verkaeufer beschreiben. Der Mann war das typische Klitschee eines Extremsportlers, der so cool war, dass man ihm abnehmen koennte, in beiden Golfkriegen gesnowboardet zu haben...

  • Ich: Tja, ich haette gerne eine Muetze und eine Skibrille.
  • Verkauefer: Cool, da gibt es insgesamt vier Stilrichtungen, die gerade IN sind.
  • I: Die da waeren?
  • V: Nun, da gibt es den eleganten Stil...
  • I: Kommt nicht in Frage, ich kenne den Rest des Leihanzuges noch nicht und werde mich eh tierisch auf die Fresse legen, von daher muessen die Klamotten nicht elegant aussehen.
  • V: Dann gibt es da noch den megacoolen Stil, aber zum 'auf die Fresse'-legen ist das warscheinlich eher ungeeignet.
  • I: Seh ich auch so...
  • V: Die letzten beiden Moeglichkeiten waeren: militaerisch, bedrohlich oder einfach nur laecherlich, aehm, witzig.
  • I: Warum sollte ich bedrohlich wirken wollen?
  • V: Um Deine Gegner zu beeindrucken... Mann
  • I: Aha *Hier war das Gespraech nun an einem Punkt angelangt, der mir ungewoehnlich gut gefiel.* Gegner beim Skifahren???
  • V: Nun ja, ist nen harter Sport *der Typ grinst wie nen alter Veteran, aber das kann ich auch*
  • I: Na ja, im Militaerlook ueber die Piste heitzen ist wohl eher auffaellig, ausserdem ist es fiel komischer, wenn meine Opfer in dem Bewustsein sterben, von jemandem geschlagen worden zu sein, der saudaemlich aussieht.
  • V: Mmmh, aber wir fuehren fuer den Zweck ganz wunderbare Schneetarnanzuege... *Hoffnung glimmt in seinen Augen*
  • I: Junge, wenn jeder sieht, wie ich das Ding anziehe, ist der Tarneffekt am Ende hinfaellig, weil dann jeder weiss, was ich vorhabe.
  • V: Stimmt...
  • I: Viel eher zieht man sich etwas in gedeckten Farben an und schneidert sich aus nen paar Bettlaken, etc. nen Guilliesuit, den man schnell wieder verschwinden lassen kann.
  • V: Cool..... *Er macht sich gedankliche Notizen ^_^*
  • I: Im saudaemlich Aussehen hab ich aber auch viel mehr Erfahrung und ausserdem will ich mich nur mit nem Board in den Schnee schmeissen und Spass haben.
  • V: Aber kann ich Dir wenigstens ne weisse Brille verkaufen, die ist dann universell...
  • I: Ok *an dieser Stelle spielten auch die Finazen eine Rolle, weiss war einfach billiger* Und dann geben sie mir bitte eine lustige, aber nicht zu auffaellige Muetze.
  • V: Du willst also doch nicht gesehen werden... *Hoffnung erwacht in dem kleinen Militaristen*
  • I: Nun ja... *grins*...
Auf dem obigen Bild kann man meinen Einkauf bewundern. Ich finde, es ist eine gelungene Mischung aus Laecherlichkeit und gesellschaftlich unauffaellig, was allerdings haeufig beieinander liegt. Im Notfall erfuellt dann die Brille auch noch eine etwaige Tarnfunktion, sollte diese notwendig werden, so habe ich dem Verkaeufer versprochen, dass er der erste ist, der es erfaehrt...

07 Januar, 2006

Tagebuch Arael: Stadtansichten



Da ich heute in Fotolaune war, habe ich mal eine kleine Bilderserie in Shinjuku geschossen. Diese Drei sollen als Beweis dafuer dienen, dass auch Neubauten im richtigen Licht ganz nett aussehen. ^_^ Einen Shinjukureisebericht gibt es bald ebenfalls.

28 Dezember, 2005

Tagebuch Arael: Die Bueroaussicht (mit Fuji)



Blick aus dem Buero auf den Fuji bei Tage (im Hintergrund) und eine Sonnenuntergangsszene mit wunderschoenem Lichtspiel in den landschaftlich so huebschen Strommasten. Zum Vergroessern bitte auf die Bilder klicken. ^_^

25 Dezember, 2005

Frohe Weihnachten ^_^

Ich wuensche allen meinen Bekannten eine frohes Fest und ein witziges neues Jahr. Moeget Ihr alle in interessanten Zeiten leben. ^_^

14 Dezember, 2005

Richtiges Essen 2



Der Kuchen und das Bier gehoeren noch erwaehnt... ^_^

Richtiges Essen


Ich moechte hier einmal zeigen, dass es auch in Japan vernuenftiges Essen gibt und lustige Menschen ^_^.

12 Dezember, 2005

Tagebuch Arael: Die Krankenquatiere

Motto des Tages:" Versuchen Sie nicht, Begeisterung in mir zu wecken, ich bringe naemlich keine auf." - Marvin

Puenktlich um 8.30 stand ich vor dem Hospital. Ich solle etwas frueher kommen, hatte man mir gesagt, dann wuerde es nicht so weh tun, weil ich noch im Halbschlaf waere. Dies stimmte zumindest. Meine Begleiterin merkte an, das Krankenhaus sein wohl schon etwas alter. Ob das gut sei, fragte ich, vielleicht, so ihre Antwort. Wir betraten das Gebauede im geschmackvollen 50er Jahre Stil und von da an begann ein vollstaendig automatisierter Prozess abzulaufen. Nachdem wir uns angemeldet hatten maschierten wir durch die Klinik, die vor Behandlungszimmern nur so strotzte. Diese waren nur durch Vorhaenge vom Gang getrennt, zumindest teilweise und man bekam mehr mit, als gut gewesen waere. Ich wurde dem Doktor vorgestellt, er untersuchte mich und anschliessend kam es zu folgendem Gespraech:

-Was fehlt mir denn?
-Wollen Sie das wissen?
-Aeh, jaaaa?
-Das ist eigentlich nicht ueblich.
-Warum?
-Na ja, ich habe Sie untersucht, mir eine Meinung gebildet und da ich Sie behandle, reicht es doch wohl, wenn ich weiss was los ist.
-Das macht Si... moment, ich bin das etwas anders gewohnt und moechte daher wissen, was los ist...
-Fragen Sie doch den Arzt in der Neurochirugie, da werde ich Sie naemlich hinueberweisen...
-Wegen einer Ziste im Mund?
-In der Neuro ist auch die Plastische Chirugie untergebracht.
-Ach so, na dann...

Bloss weg, dachte ich und begab mich in die Plastische, die mir eigentlich nun dieses Ding haette wegschneiden sollen, aber da musste natuerlich erst ein OP-Termin vereinbart werden. Nachdem ich den Doktor auf vor Weihnachten heruntergehandelt hatte, sowie das Faedenziehen auf die Weihnachtsfeiertage, entlockte ich ihm wenigstens eine vernuenftige Diagnose. Anschliessend schickte er mich zur Voruntersuchung und zum HIV-Test, der in Japan vor OP's ueblich ist. Auf meine Frage, ob dies wirklich sein muesse bekam ich ein lapidares: "Im Falle der Verweigerung behandeln wir Sie in der OP wie einen HIV-Positiven und glauben Sie mir, das wollen Sie nicht". Zwar wusste ich nicht, wie die Jungs solche Leute behandeln, aber wahrscheinlich hatte der Mann recht. Blutabnahmen jeder Art fuehren bei mir grundsaetzlich zu Panikattacken, besonders seit einigen recht dummen Erfahrungen vor einigen Jahren, aber was solls. Innerhalb von 20 Minuten gelangt es der Schwester, mich davon zu ueberzeugen, dass Nadeln wirklich die humanste Art der Blutabnahme darstellen und nicht gegen die Genver Konventionen verstossen. Nachdem diese Aktion absolviert war, wackelte ich etwas unbeholfen in den naechsten Raum, wo mich eine grinsende Schwester mit einer Stoppuhr und einem Skalpell erwartete. Hierauf entbrannte dieses Gespraech:

-So, dann wollen wir mal.
-Wollen wir was?
-Bitte legen Sie sich das Handtuch um die Schultern, damit wir Ihre Kleidung nicht ruinieren..
-Bitte was?
-Ich muss Sie mal kurz schneiden und dann die Zeit stoppen um zu sehen, wie lange Sie bluten.
-Aehhhhhhhh...
-Koennten Sie sich wohl bitte mal hinsetzen...
-Sie muessen was? *Langsam wurde mir richtig flau*
-Na ja, irgendwie muss ich feststellen, ob Sie Bluter sind.
-Aha, und dazu benutzen Sie Skalpell und Stoppuhr?
-Ja?
-Hilft es, wenn ich Ihnen sage, dass ich kein Bluter bin? *Hundeblick*
-Nein *grins*

An diesem Punkt war es nur meiner Begleiterin zu verdanken, dass ich nicht durch die Tuer zu entkommen versuchte, durch die Geschlossene wohlgemerkt. Irgendwann hatten wir auch das hinter uns gebracht, und wir begaben uns zur Urinprobe.
Im Anschluss bezahlte ich braf meine Voruntersuchung und machte mich auf den Weg zur Arbeit. Vielen lieben Dank an meine geduldige Begleiterin... *bin total erledigt und freue mich auf naechste Woche (OP)*

Anmerkung: Ich musste heute die ganze Zeit an den alten "Day of the Tentakle"-Dialog denken:

"Herr Doktor, werden Sie Ihr Skalpell benutzen?"
"Aehhh, nein."
"Wollen Sie meins benutzen?"

09 Dezember, 2005

Schwert

An dieser Stelle moechte ich dann einmal meinen treuen Begleiter auf dem Weg des Schwertes bildlich vorstellen. Zum Vergroessern einfach draufklicken *g*.

06 Dezember, 2005

Tagebuch Arael: Ob man hier wohl einen Faecher bekomme

Es regnete, als ich mich eines Abends aufmachte,ein Weihnachtsgeschenk fuer meine Frau Mutter zu besorgen. Vor dem kleinen Geschaeft in traditioneller Bauweise aus altem, dunklem Holz hatten sich Pfuetzen gebildet und 2 rote Papierlampions einer benachbarten Gastlichkeit illuminierten die schmale Gasse spaerlich. Nachdem ich die Athmosphaere eine Zeitlang genossen hatte, betrat ich ein doch etwas besseres Fachgeschaeft fuer Kimonos, wie mir der erste Eindruck vermittelte. Eine alte Dame in schlichter Gewandung von gedaempfter Farbe begruesste mich und fuehrte mich in die fuer Kundengespraeche bestimmte Ecke des Verkaufsraumes. Dort bot sie mir Platz in einem bequemen Sessel an die Frage an mich richtend, ob sie mir denn wohl eine Tasse Tee anbieten duerfte. Bitte machen Sie sich keine Umstaende, eigentlich bin ich nur wegen einer kleinen Angelegenheit hier, beeilte ich mich einzuwerfen. Sie nahm ebenfalls Platz und machte mich darauf aufmerksam, dass das Geraeusch des Regens im Hintergrund ganz wunderbar geeignet sei, die Alltagsgeraeusche beim Betrachten eines Kimonos zu uebertuenchen. Ich bestaetigte dies, und es fielen noch einige Bemerkungen ueber das Wetter. Ob ich denn wirklich keinen Tee moege, fragt die aeltere Dame. Nein danke, ich moechte Ihnen wirklich keine Arbeit bereiten, ich sah mich um. In dem Raum waren mehrere Exponate ausgestellt, die die selbstbewusste Kimonotraegerin wohl benoetigt, man befindet sich stark im Irrtum, wenn man glaubt, mit dem Seidenmantel sei es bereits getan. Der Kauf eines Kimonos verteuert sich nicht letztendlich auch durch die obligatorische Anschaffung des Zubehoers, der Preis kann sich gar verdoppeln. Zu einem japanischen Kimono besserer Qualitaet, gehoert die richtige Untergewandung aus weisser Baumwolle, der eigentliche Kimono aus Seide, sowie ein ein etwa dreissig Zentimeter breiter Guertel, der z. B. aus Brokat oder auch nur Seide sein kann. Dazu kommen dann noch die passenden Struempfe, die passenden Sandalen, Haarschmuck, ein Faecher, eine Handtasche, ein Regenmantel und weitere Kleinigkeiten. Dies alles will ganz wunderbar farb- und artlich aufeinander abgestimmt sein. Die aeltere Dame erzaehlt mir unterdies, dass es in heutigen Tagen ungewoehnlich sei, wenn jemand fuer seine Mutter in einem Fachgeschaeft einkaufe, auch wuessten viele junge Menschen dies gar nicht mehr zu schaetzen und ob ich nicht nun wirklich doch eine Tasse Tee trinken wuerde. Nun, dann wuerde ich wohl eine trinken, da wir mittlerweile bei dem eigentlichen Grund meiner Anwesenheit angelant waren, an dieser Stelle hatte sie mir bereits einige der Exponate naeher vorgestellt, bat ich denn um Informationen bezueglich der Arten von Faechern, die es in einer recht anschaulichen Vielfalt zu bestaunen gab. Nachdem eine Einfuehrung in die Geschichte des Faecherhandwerks an meinen sprachlichen Faehigkeiten zu scheitern drohte, folgten die ersten verkaufsbezogenen Fragen, was denn meine Frau Mutter fuer eine Erscheinung sei. Schwierig, so meine Antwort, waere es hierueber Auskunft zu geben. Sie sei wohl recht ausdrucksstark und selbstbewusst. Nachdem wir uns daruber geeinigt hatten, meine Mutter wuerde wohl am ehesten dem Typus der Hausherrin entsprechen, mit zwei grossen 'H' und eine detailierte Beschreibung ihres Aeusseren erfolgt war, waehlte sie einige Exemplare aus dem Lager aus und nacheinander oeffneten und verschlossen wir die Pappkaesten, nicht ohne deren Eleganz angemessen zu ruehmen. Mittlerweile hatte der Regen aufgehoert und die letzen Strahlen der untergehenden Sonne schienen auf den Auslagentisch, was der Aesthetik des Selbigen sehr schmeichelhaft war. Nachdem wir uns auf ein Modell der Marke 'durchsetzungsstarke Geschaeftsfrau' geeinigt hatten, der dazugehoerige Kimono erinnerte mehr an 'Yakuza-Clanfuehrerin', ging es denn an die Bezahlung. Ich legte das Geld unauffaellig in einen schlichten Umschlag, waehrend mir Tee nachgegossen wurde. Die alte Dame erhob sich mitsamt Umschlag und Ware um diese in den Regalen zu verstauen, nur um kurze Zeit spaeter mit einem Brief zurueckzukehren, der das Wechselgeld enthielt, sowie der Rechnung, die noch etwa 2 mal gestempelt wurde. Mittlerweile konnte man zwischen Stempelvorgang und meinem Platz den Staub im letzen grauweisslichen Licht des Tages flirren sehen, zusammen mit dem satten Gruen vor den Fenstern ein ganz wunderbarer Kontrast. Einen Weiteren bildete die Farbe des Wechselgeldumschlages mit der des Rechnungsumschlages, selbstreden waren auch diese aufeinander abgestimmt. Eine Tasse Tee spaeter, bei der wir auf die Gruende meines Aufenthalts in Japan zu sprechen kamen, machte ich mich dann an die Verabschiedung und nach mehrmaligen Verbeugungen verliess ich das Geschaeft.


Fazit:
1) Mama hat jetzt einen Faecher, so es die deutsche Post nicht vermasselt.
2) Ich bin sehr froh, mich bereits Jahre zuvor fuer traditionelle, japanische Umgangsformen interessiert zu haben, auch dem Iaido sei hier gedankt.
3) Ich werde nie wieder ein solches Geschaeft mit einem knallroten Uni-Paderborn-T-shirt betreten, trotzdem danke dafuer an die Fachschaft. ^_^

05 Dezember, 2005

Tagebuch Arael: Deine Welt sind die Berge

Eigentlich beabsichtigte ich, mich an dieser Stelle ausgiebig ueber japanische Produktwerbung auszulassen, doch wie heisst es so schoen, ein Bild sagt mehr als tausend Worte... ^_^ Es handelt sich hierbei um eine Packung Pizzakaese (nicht fragen)...