Ich bin zurück / I am back
Bin zurück in Deutschland (lebendig)
I am back (alive)
Stefan^^
Dem geneigten Leser zur Kenntnisnahme:
Sinn und Zweck dieses Tagebuchs soll es sein, meinen Freunden und Verwandten die Möglichkeit zu geben, sowohl an meiner Reise teilzuhaben, als auch sich meines Wohlergehens zu vergewissern.
Dearest Reader:
Thou might hast noticed that this traveling report that it is, is not written in english. This is due to the fact that not all of my relatives and friends are able to understand this language, sorry.
Hehehe,
Einer der Hoehepunkte dieses Jahres versprach das Release des neuen X-Men-Films zu werden. Waehrend jedes halbwegs zivilisierte Land den Film puenktlich im Mai auf die Leinwaende der Lichttheater projeziert, wird Japan dies nach meiner geplanten Abreise im September tun.
Betrachtet man das japanische Handwerk, so ist festzustellen, dass traditionelle Erzeugnisse, auch wenn es sich um Gegenstaende des alltaeglichen Gebrauchs handelt, von hoechster Perfektion, Funktionalitaet und Qualitaet sind. Leider ist anzumerken, dass dies nur fuer traditionelles, handgearbeitetes Gut gilt, die Erzeugnisse alteingesessener Konzerne einmal ausser acht gelassen, welche noch immer in diesem Geiste arbeiten. Der moderne Japaner ist, aehnlich dem Deutschen, zum Konsummensch geworden, jedoch ist es unbestreitbar, dass japanische Handwerksarbeit die weltweit am hoechsten entwickelste ist, ja geradezu unerreicht. Es stellt sich nun die Frage, wie diese Entwicklung von Statten ging. Haeufig bekommt man recht unbrauchbare Antworten, die allenfalls darauf schliessen lassen, dass sich die hiesige Bevoelkerung dieser Tatsache bewusst ist und unsere Kenntnisnahme stolz gutheisst.
Diesmal nur ein kurzer Eintrag mit vielen Fotos... ^_^



















Am heutigen Tage fiel gefrorenes Wasser vom Himmel. Erstaunt ob dieser seltsamen Begebenheit, begannen die deutschen Praktikanten mit dem Bau einer Statue, um die Kraefte des Himmels zu besänftigen. Wie wir den Japaner besänftigen, dessen Besen wir uns zu diesem Zwecke entliehen, nun, dies ist ein anderes Thema...
Dieser Eintrag ist zwei Themen gewidmet, zum einem dem richtigen Schuhwerk auf Reisen und zum anderen der Qual der Wahl beim Snowboardequipmenteinkauf im Snowboardparadise Atsugi...

Ich wuensche allen meinen Bekannten eine frohes Fest und ein witziges neues Jahr. Moeget Ihr alle in interessanten Zeiten leben. ^_^
Motto des Tages:" Versuchen Sie nicht, Begeisterung in mir zu wecken, ich bringe naemlich keine auf." - Marvin
Es regnete, als ich mich eines Abends aufmachte,ein Weihnachtsgeschenk fuer meine Frau Mutter zu besorgen. Vor dem kleinen Geschaeft in traditioneller Bauweise aus altem, dunklem Holz hatten sich Pfuetzen gebildet und 2 rote Papierlampions einer benachbarten Gastlichkeit illuminierten die schmale Gasse spaerlich. Nachdem ich die Athmosphaere eine Zeitlang genossen hatte, betrat ich ein doch etwas besseres Fachgeschaeft fuer Kimonos, wie mir der erste Eindruck vermittelte. Eine alte Dame in schlichter Gewandung von gedaempfter Farbe begruesste mich und fuehrte mich in die fuer Kundengespraeche bestimmte Ecke des Verkaufsraumes. Dort bot sie mir Platz in einem bequemen Sessel an die Frage an mich richtend, ob sie mir denn wohl eine Tasse Tee anbieten duerfte. Bitte machen Sie sich keine Umstaende, eigentlich bin ich nur wegen einer kleinen Angelegenheit hier, beeilte ich mich einzuwerfen. Sie nahm ebenfalls Platz und machte mich darauf aufmerksam, dass das Geraeusch des Regens im Hintergrund ganz wunderbar geeignet sei, die Alltagsgeraeusche beim Betrachten eines Kimonos zu uebertuenchen. Ich bestaetigte dies, und es fielen noch einige Bemerkungen ueber das Wetter. Ob ich denn wirklich keinen Tee moege, fragt die aeltere Dame. Nein danke, ich moechte Ihnen wirklich keine Arbeit bereiten, ich sah mich um. In dem Raum waren mehrere Exponate ausgestellt, die die selbstbewusste Kimonotraegerin wohl benoetigt, man befindet sich stark im Irrtum, wenn man glaubt, mit dem Seidenmantel sei es bereits getan. Der Kauf eines Kimonos verteuert sich nicht letztendlich auch durch die obligatorische Anschaffung des Zubehoers, der Preis kann sich gar verdoppeln. Zu einem japanischen Kimono besserer Qualitaet, gehoert die richtige Untergewandung aus weisser Baumwolle, der eigentliche Kimono aus Seide, sowie ein ein etwa dreissig Zentimeter breiter Guertel, der z. B. aus Brokat oder auch nur Seide sein kann. Dazu kommen dann noch die passenden Struempfe, die passenden Sandalen, Haarschmuck, ein Faecher, eine Handtasche, ein Regenmantel und weitere Kleinigkeiten. Dies alles will ganz wunderbar farb- und artlich aufeinander abgestimmt sein. Die aeltere Dame erzaehlt mir unterdies, dass es in heutigen Tagen ungewoehnlich sei, wenn jemand fuer seine Mutter in einem Fachgeschaeft einkaufe, auch wuessten viele junge Menschen dies gar nicht mehr zu schaetzen und ob ich nicht nun wirklich doch eine Tasse Tee trinken wuerde. Nun, dann wuerde ich wohl eine trinken, da wir mittlerweile bei dem eigentlichen Grund meiner Anwesenheit angelant waren, an dieser Stelle hatte sie mir bereits einige der Exponate naeher vorgestellt, bat ich denn um Informationen bezueglich der Arten von Faechern, die es in einer recht anschaulichen Vielfalt zu bestaunen gab. Nachdem eine Einfuehrung in die Geschichte des Faecherhandwerks an meinen sprachlichen Faehigkeiten zu scheitern drohte, folgten die ersten verkaufsbezogenen Fragen, was denn meine Frau Mutter fuer eine Erscheinung sei. Schwierig, so meine Antwort, waere es hierueber Auskunft zu geben. Sie sei wohl recht ausdrucksstark und selbstbewusst. Nachdem wir uns daruber geeinigt hatten, meine Mutter wuerde wohl am ehesten dem Typus der Hausherrin entsprechen, mit zwei grossen 'H' und eine detailierte Beschreibung ihres Aeusseren erfolgt war, waehlte sie einige Exemplare aus dem Lager aus und nacheinander oeffneten und verschlossen wir die Pappkaesten, nicht ohne deren Eleganz angemessen zu ruehmen. Mittlerweile hatte der Regen aufgehoert und die letzen Strahlen der untergehenden Sonne schienen auf den Auslagentisch, was der Aesthetik des Selbigen sehr schmeichelhaft war. Nachdem wir uns auf ein Modell der Marke 'durchsetzungsstarke Geschaeftsfrau' geeinigt hatten, der dazugehoerige Kimono erinnerte mehr an 'Yakuza-Clanfuehrerin', ging es denn an die Bezahlung. Ich legte das Geld unauffaellig in einen schlichten Umschlag, waehrend mir Tee nachgegossen wurde. Die alte Dame erhob sich mitsamt Umschlag und Ware um diese in den Regalen zu verstauen, nur um kurze Zeit spaeter mit einem Brief zurueckzukehren, der das Wechselgeld enthielt, sowie der Rechnung, die noch etwa 2 mal gestempelt wurde. Mittlerweile konnte man zwischen Stempelvorgang und meinem Platz den Staub im letzen grauweisslichen Licht des Tages flirren sehen, zusammen mit dem satten Gruen vor den Fenstern ein ganz wunderbarer Kontrast. Einen Weiteren bildete die Farbe des Wechselgeldumschlages mit der des Rechnungsumschlages, selbstreden waren auch diese aufeinander abgestimmt. Eine Tasse Tee spaeter, bei der wir auf die Gruende meines Aufenthalts in Japan zu sprechen kamen, machte ich mich dann an die Verabschiedung und nach mehrmaligen Verbeugungen verliess ich das Geschaeft.